©  tivision.eu  01 -2009
Version 3.0.  ab Jan. 09
hex206.jpg
akzeptieren. Eine Hauptstraße führte durch die antike Welt und dabei dachte ich an meinen Bruder Dr. Lutz, der als Kunstgeschichtler hier das Grausen bekommen würde. So viel historischer Reichtum und so der Umweltbelastung Preis gegeben. Ich gebe zu: es war riskant, aber die Türkei hatte so viele wertvolle Steinwüsten, dass es hier nicht darauf ankam. Wir sahen die Bemühungen zur Restaurierung auch jetzt mit anderen Augen - eine ca. 5 m dicke Sand- und Steinschicht wurde derzeitig im Vorfeld des Theaters abgetragen, um die darunter befindliche Agora freizulegen. Wie das ablief, war allerdings türkisch: ein Bauer stand mit seinem Traktor und einem kleinen Hänger inmitten einer Fläche von fast einer Million m² und belud seinen Anhänger mit einer Schaufel den Jahrhundert-Schutt in Kilo-Etappen. Bei derartiger Geschwindigkeit könnte es durchaus möglich sein, die Agora in ca. 100 Jahren wiederzusehen.
Beim Weg zum Theater kamen wir an vielen kleinen Verkaufsständen vorbei, viele (auch sehr gut deutsch sprechende) Türken boten dort ihre Waren an, jedoch wie üblich - ohne Preisauszeichnung. Unser Gruppe kaufte dort Sonnenbrillen, nach dem Erstangebot von 20,- bis 10,- €/St. einigten sich alle auf 8,- €/St., nachdem das letzte Angebot des Verkäufers 50,- € für alle 6 Stück hieß. Wenig später kaufte die Gruppe wohl die nächste Brille am folgenden Stand, das war für Kerstin und mich jedoch zu blöd, weshalb wir uns trennten und auf eigene Pfade durch das Hafenviertel auf Erkundung gingen. Es war deutlich zu sehen, die Touristen fehlten hier sehr. Auf die ca. eintausend Verkäufer kamen ca. einhundert Gäste und max. die Hälfte davon kaufte eine Kleinigkeit. Jede zehn Meter wurden wir angesprochen: probieren Sie, kaufen Sie, wo kommen Sie her - ich war auch schon dort .... für mich ein Graus - so möchte ich mir keine Stadt anschauen. In einem kleinen Gewürzgeschäft kauften wir türkischen Honig und viele gute Tees ein, der Verkäufer war uns sehr angenehm in seiner ruhigen Art. Schnell kamen da 50,- € Geschäfte zusammen. Nachdem wir auch unsere CD’s mit Folklore (Instrumental) bekamen, gingen wir bis ans Meer hinunter und sahen dort den Hafen und tolle Angebote zu Rundfahrten. Vor 12 Jahren fuhren wir von hier aus zu unserem damaligen Hotel zurück, das war ein großes Erlebnis. Heute war das Sonderangebot: bei Körper-Ideal-Maßen zum Kinderpreis. Vielleich hatten wir auch Idealmaße - es kommt ja immer auf die Messart an, doch wir wollten uns noch ein wenig am Hafen umschauen und langsam zur Bushaltestelle zurückkehren. Bestimmt hätten wir auch ein Essen oder ein Getränk gekauft, aber dieses widerliche Animieren der lauernden Türken an der gesamten Wegstrecke ließ uns jeglichen Appetit vergehen. Auf dem Rückweg kamen wir wieder am Theater vorbei und wir erinnerten uns unserer waghalsigen Besuchstour vor 12 Jahren in diesem Objekt. Damals war alles noch abgesperrt und bewacht, wir kamen nicht hinein - heute war alles soweit stabilisiert, dass man gegen Gebühr von 10,- neue Lira (= 5,- €) zum Anschauen einmal hinein durfte, aber ehrlich gesagt, wir hatten nun schon genug antike Theater gesehen und brauchten das hier nicht unbedingt.
Am Nachmittag waren wir wieder im Hotel und wollten noch all inclusive Essen. Dies gelang uns nicht, da hier einiges anders lief, als im Ressort vor 6 Jahren: hier gab es nur von 12.00 bis 14.00 und von 18.00 bis 21.00 Uhr etwas zu Essen, dazwischen im türkischen Strandrestaurant Hammel-Spezialitäten. Nichts für mich, also warten bis zum Abendessen. Nach einigen Getränken gingen wir zum Mittelmeer baden. Das Wasser war noch schön warm, das Schwimmen machte riesigen Spaß - nicht zu glauben - im November!
Am Abend war unsere 10 Mann Gruppe wieder komplett zusammen und der Kellner stellte uns eine große Tafel zusammen, an der es dann bis zum späten Abend turbulent zuging. Kerstin und Franz hatten Geburtstag und unser freundlicher Ober brachte blitzschnell Blumen aus dem Hotelgarten und schmückte die beiden Plätze. Trotz all inclusive bekam er für seine freundlichen Gesten und ausgezeichnete Bedienung natürlich ein ordentliches Trinkgeld, wonach selbstverständlich am nächsten Abend die Tafel schon mit “Reserviert” stand, als wir noch gar nicht da waren. Das brachte zwar etwas Ärger mit den anderen Gästen, die natürlich die Tische nicht zusammenstellen durften. Eines war Schade, um 21.00 Uhr wurde die Bedienung auf der Terrasse beendet und unser lieber Kellner hatte Feierabend. Nur in der Lobby und einer Bar (alles Nichtraucher) gab es weiterhin Getränke. Obwohl der Abend noch schön lau war, gab es keine Terrassenplätze in der Nähe der Getränkeausgabestelle.
Am nächsten Morgen, unserem letzten Urlaubstag, startete der faulste Tag der Woche. Ein ausgedehntes Frühstück und danach ans Meer zum Baden. Ich machte noch einige Film- und Fotoszenen der Hotelanlage und amüsierte mich über den Aufseher der Hausgärtner, der sein Vier-Mann-Kommando den ganzen Tag beaufsichtigte und jeden Handgriff anwies. Solche Strukturen sah man überall, wenn man genau hinschaute:je fünf Kellner hatten einen Einweiser, ein bis zwei Köche stehen neben dem Buffet und haben nur die Aufgabe, die übrigen Küchenbediensteten heranzuwinken und ein bis zwei schwarz Gekleidete tippen unaufhörlich irgend etwas in die Computer ein, während sie ca. fünf Meter neben den Einflugschneisen der Touristen in leicht abgeschirmten Nischen saßen. Zu allen Aufgaben gab es also Aufseher, nur eines hatten alle gemeinsam: sprach man Diese zu einem Problem an, gaben sie sofort Anweisungen an ihre “Untertanen” weiter, nur selbst taten sie selten einen Dienst.
Tee- und Gewürzgeschäft in Side, Einkauf war spaßig
hex212.jpg
Spaß muss sein, Herberts Prothese als Biertisch
hex217.jpg
Nach einem gemütlichen Mittagessen nahm Kerstin auf eigene Kosten einige Massagen, unsere Gutscheine galten im eigenen Hotel nicht. Es wäre eine Aufgabe der Reiseleitung gewesen, diesen Umstand zu klären, doch wir hatten keine Vertrauensperson mehr. Außerdem waren die Gutscheine am Vortag bei einer großen Verkaufsveranstaltung zu konsumieren, was uns ja nicht passte. (selber Schuld ?!)
Dann gab es noch Schwimmen im Mittelmeer und für die “Begeisterten” unter uns war am Abend die Gala “1001 Nacht” angesetzt. Diese war wiederum so organisiert, dass es das Abendbrot (welches mit HP bezahlt war) erst bei dieser Veranstaltung gab. Ganz toll war ja, dass nach der Rückankunft von dieser Veranstaltung im Hotel so gegen 23.00 Uhr die Ersten schon die Koffer in die Lobby des Hotels brachten, da in dieser Nacht zu unterschiedlichsten Zeiten der Transfer zum Flughafen zur Rückreise begann. Unser Bus fuhr erst 4.00 Uhr am frühen Morgen, so dass wir noch genügend Zeit für ein ausführliches Abendessen hatten und sogar noch fast drei Stunden schlafen konnten. Die Show konnten wir uns sparen, denn wir kannten die Tänze schon. Am Flughafen durfte ich noch mehrmals mein Handgepäck durchleuchten lassen, da der Raucherplatz draußen war und ein Betreten des Flughafens nur mit Kontrolle des noch vorhandenen Hand-Gepäcks möglich war - bei zwei Stunden Wartezeit ein wiederholtes Manöver.
Der Rückflug war wieder ein Genuss, ruhiges Flugwetter, ein Super Duty Free Verkauf (deutlich war die schöne Lebensauffassung der Österreicher erkennbar, denn sie sorgten für einen sehr guten Geldumlauf), eine Super Landung - und wieder daheim. Linz begrüßte uns mit kaltem Herbstwetter - nun, die Sonne und die schönen Erinnerungen behalten wir gern in unseren Herzen. Die Erwartung auf ein gefülltes Schnitzel am Ankunftstag und unser schönes Salzkammergut ließen unsere Herzen höher schlagen. Es war wieder ein Urlaub mit vielen interessanten und neuen Erfahrungen, eine Stellungnahme der Reiseveranstalter wäre mal schön zu hören. ... Sie haben durch e Mail Kenntnis von diesen Seiten, mal schauen ob eine Reaktion kommt - ich werde dazu berichten.
Menü Urlaub Menü Urlaub Menü Urlaub Menü Urlaub Menü Urlaub Menü Urlaub Kapitel Ende Kap. Anfang Kapitel Ende Kap. Anfang Kapitel Ende Kap. Anfang Kapitel Ende Kap. Anfang