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Version 3.0.  ab Jan. 09
Türkei 2008 I    Reisebericht   Autor: Steffen Tittel
Mit der Post kam die Überraschung: wir hatten mal wieder gewonnen. Üblicherweise legt man solche Meldungen erst mal beiseite, ein Jeder gewinnt ja fast wöchentlich! Der Absender war eine Elektronik Handels Kette, ich vermutete zunächst Werbung mit Sonderangeboten für Stamm Kunden - wie immer - fast geschenkt. Der Inhalt war aber tatsächlich ein Geschenk: Eine Woche türkische Riviera mit ÜF in einem ***** Hotel mit Flug, Transfer, einem Ausflug Wasserfälle, 2 Tage Pamukkale und einen türkischen Abend einschl. kompletter Reisebegleitung in Antalya für 69,- € p.P. (Fluggebühren), freie Terminwahl Nov - April.
Wir kannten diese Tour schon von 1996, das Angebot war jedoch unbestritten verlockend. Der Reiseveranstalter BigXtra, als bekanntes Unternehmen, schenkte uns vorab Vertrauen; die Fluggesellschaft SunExpress kannten wir nicht, das Unternehmen stand aber nicht auf der schwarzen Liste! Also buchten wir die Reise, bei dem Preis konnten wir schon auf die Reiseversicherung verzichten und die Vorabzahlung war ebenso kein großes Risiko. Nun ja, ob so ein Urlaub stattfindet, wird erst zur Wahrheit, wenn wir im Flugzeug sitzen würden oder das, vorher nicht bekannte, Hotel beziehen.
Am Mittwoch, den 13., ging es los. Der kleine, aber feine, Flugplatz in Linz lag noch in der Morgendämmerung, viel Betrieb war nicht und der Strom der Touristen schien sehr verschlafen. Ein kleines Café hatte schon sieben Kunden, die Geschäfte und viele Service Schalter waren noch verschlossen, das Flughafenrestaurant öffnete nur für zwei Stunden täglich, vermutlich für das Mittagessen der Angestellten. Auf dem Flugfeld gingen wir zu Fuß zum Flugzeug, es stand fast an der Gate Tür. Überraschung - die Maschine war tadellos in Ordnung, eine neuere Boeing 737 - 300. Erst in der Maschine lasen wir, dass SunExpress als türkisch - deutsche Fluggesellschaft die Urlauber zu den Reisezielen brachte. Der Flug verlief ruhig, die Piloten flogen souverän, wir kannten das schon von früher. Halbbesetzt am 13. war das sicher kein Problem. Die Turbolenzen begannen erst im Transferbus vom Flughafen zum Hotel. In der uns bereits bekannten Manier wurden die “Extras” verkauft, mit fast bedrohlichen Gesten und für unsere Verhältnisse völlig unprofessionell. Für den Massentourismus war das aber normal. “Wir haben für Sie die Halbpension bereits im Hotel vorbestellt, Sie müssen nur noch bezahlen. Auswahl haben Sie keine, der nächste Ort ist acht km entfernt und alle Geschäfte haben geschlossen, da keine Saison ist” - so die Begrüßungsworte des Vertreters der Transfer Group (Hotel-Überführer). Da er noch zu einem anderen Bus musste, setzte er ein Ultimatum: “Entscheiden Sie sich jetzt, Nach Buchungen sind nicht möglich”. Das war der Hammer, treuglaubende Europäer buchten brav das Abendbuffet für 14,- € p.P.. Wir zogen uns durch unsere Protesthaltung und Bestell-Ablehnung zwar den Zorn des Reisebegleiters zu, er war dann doch erleichtert, dass wir gar nicht auf seiner Liste standen, weshalb diese unangenehme Situation urplötzlich beendet war.
Nach einer Stunde Busfahrt waren wir im Ressort von Belek und erreichten unser Hotel. Das Bauwerk war innen und außen sauber, die Funktionen modern zugeordnet, die check in Prozedur türkisch unvorbereitet und als wir die Zimmer-Karte hatten, konnten wir uns nur mit großer Mühe mit unserem Mini Gepäck den mehr als aufdringlichen Hotelboys entziehen. Wir wohnten Nordseite mit schönen Blick zur Hotelzufahrt - auf der entgegen gesetzten Seite zum Meer. Die Einrichtung i.O., einfach und praktisch, die Betten sehr gut sowie ein Balkon für mich zum Rauchen. Der untere Türspalt von fast 10 cm am Zimmerzugang störte uns, doch der Mangel wurde trotz ordnungsgemäßer Meldung nicht abgestellt, wie auch, bei dem schiefen Fußboden. Da die Verbindung Flur - Wohn-Schlafzimmer keine Tür hatte, hörten wir im Hauptgang jedes “Flüstern” und wegen der nicht dicht schließenden Balkonschiebetür und des kalten Windes an unserem Eckzimmer, hatten wir keine guten Voraussetzungen für ein temperiertes Zimmer. Warmluft gab’s bei eingesteckter Zimmerkarte bei vorhandenem Strom über die Klimaanlage. Beim Weggehen mussten wir natürlich die Karte mitnehmen, also kein Strom mehr und auch keine Wärme.  
Am Nachmittag besuchten wir die Hotel Außenanlagen, die sehr sauber und gepflegt waren, gingen zum Mittelmeer und meine Frau probierte die im Internet angesagten 26 °C Wassertemperatur. Bei ca. 16 °C Luft hatte das Wasser nur den gleichen Wert oder etwas weniger. Eine Barfußwanderung im Wasser ging sich aber allemal aus. Am Strand zeigten sich nur zwei Urlauber, kilometerweit war sonst niemand zu sehen. Im Hotel zurückgekommen, wurden wir vom “Einfänger” der Massageabteilung angesprochen, ob wir nicht ein tolles Programm buchen wollten. Wir ließen uns zwar die gesamte Beauty- und Wellness Anlage vorstellen, bekamen natürlich auch ein Sonderangebot, lehnten aber ab, da wir so etwas nicht “stehenden Fußes” buchen würden.
Am frühen Abend begann unser erstes Abenteuer. Meine Frau hatte schon bei der Zufahrt zum Hotel ein Restaurant entdeckt. Wir liefen ca. 3 km vom, durch Security gesicherten, Hotel Richtung vorgelagerte Hauptstraße bei Belek. Vorbei ging es an riesigen Golfplätzen zum Satelitenort, der vorrangig aus kleinen Sommerwohnblocks bestand, die sich in Reihe kilometerlang vor dem Waldgürtel zwischen Strandhotels und Belek hinzog. Ein moderner Verkaufstempel und ein neues Krankenhaus fielen uns ins Auge, dazwischen eine größere Hundehütte, unser Ziel: “Restaurant, Café, Bar, Market” stand auf dem Dach, durch farbige Ziegel hervorgehoben. Es war eine sehr einfache Gaststätte mit einem kleinen Geschäft für Lebensmittel. Wir saßen am Kanonenofen im Raum mit Plastik Gartenstühlen, Sofa und Fernseher, dazu ein Tresen mit allerlei Krimskrams des Gaststättengewerbes in nicht geordneter Reihenfolge - umgeben vom eingelagerten Brennholz für den Ofen. Es war wunderschön, liebe Gastfreundschaft und ein schönes Abendbrot hatten wir genießen dürfen, der Wirt sprach deutsch, da er viele Jahre in Österreich gearbeitet hatte und mit seiner Frau sprachen wir eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Gestik-Sprache, hatten Spaß, einen schönen Abend und noch das Dosenbier zur Gute-Nacht-Zigarette. Der Polizei Pförtner am Hotel wollte zwar noch Kerstins Wasserflasche sehen, die sie in der Hand trug, doch nachdem sie einen Schluck daraus getrunken hatte, durften wir passieren. Für ca. 25,- € hatten wir beide ein gutes Abendbrot mit reichlich Getränken. Leider werden die Entfernungen vom Hotel zur Zivilisation immer größer. der Kontakt zur Bevölkerung immer kleiner.
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