Urlaub in Südtirol 2010      Reisebericht  
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Version 3.7.  ab Sep. 10
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nahen Haltestelle und fuhren in unsere Ferienwohnung. Da der Regen aufgehört hatte, setzten wir uns heute noch einmal auf die Terrasse des Römerkellers und aßen mit Ute und Jürgen dort Pizza, als Abschied von Norditalien sozusagen. Zum Hirzer Massiv schauten wir wieder herüber, der stolz hinter Meran aus dem leichten Dunstschleier aufstrebte. Es wäre sicher bei Schönwetter ein toller Aufstieg nach der Bergstation gewesen, mit herrlichem Ausblick vom Meraner Becken bis hinauf ins Passeiertal, zum Timmelsjoch und ....
Unser letzter Vollurlaubstag sollte uns die Stadt Meran und deren Umgebung näher bringen. Heute mussten wir im Bus bezahlen, das war nicht zu knapp. Vor dem City-Umsteigeplatz am Theaterplatz stiegen wir schon eine Station eher aus. Am Kornplatz begann die berühmte Laubengasse, ein touristisches Eldorado mit vielen Geschäften, Restaurants, dem Rathaus und der Pfarrkirche, die am unteren Turmbau einen Fußgängerdurchgang hatte. Hier trafen sich natürlich alle Touristen und wir begannen unsere Stadtrunde hier. Die Lauben zur Passer Seite hin waren die Wasserlauben, die andere Seite Richtung alpine Hänge natürlich die Berglauben. Wer hier entlang spaziert, kann oft auch in die alten Innenhöfe und Treppenhäuser hineinschauen, die ein bizarres Zeichen der alten Holzbaukunst zeigten. Über den Pfarrplatz gingen wir durch das Passer Tor Richtung Postbrücke. Rechts zweigte die Passerpromenade ab, die ca. 5 m höher gelegen die Passer abschirmte und somit Schutz vor Hochwasser gewährte. Der obere Teil mit viel Baum- und Pflanzengrün gab viel Platz zum Promenieren, stadtseitig davor das alte große Kurhaus, auf der anderen Flussseite das neue Thermenhotel mit unterirdischem Parkplatz. (Dieser liegt noch unter dem Flussspiegel!) Mit der Verlängerung schloss sich die Stadtrunde am Theaterplatz, dem Verkehrszentrum der Stadt.
Wir gingen jedoch stadtauswärts, entlang des Stadtparkes und der wilden Passer hinaus zum Beginn des Tappeiner Weges. Dieser gesamte Bereich war mit vielen Wandelgängen unter großen Bäumen versehen (Sommerpromenade) und führte früher, wie heute, die zahllosen Spaziergänger zur Klamm der Passer, einen Felsdurchbruch nicht einmal 10 m breit und der alten römischen Steinbrücke, dem “Steinernen Steg”. Ein unbeschreiblich schöner Teil der Wanderung wurde dieser Abschnitt, mit Skulpturen aus Buchsbaumgewächsen und den Serpentinen des Weges, der sich langsam höher in Richtung Dorf Tirol wand. Darüber, am Hang schon zu sehen, unser nächstes Zwischenziel, der Pulverturm. Im Natursteinturm war innen nichts mehr erhalten, eine große Stahltreppenkonstruktion brachte die Besucher hinauf auf die oberste Plattform. Von hier aus hatten wir eine tolle Aussicht auf die Stadt Meran. Mit 35.000 Einwohnern ist sie die Hauptstadt des Meraner Landes. Im 14. Jh. war sie sogar Hauptstadt Tirols, bis Kaiser Friedrich IV. um 1420 die Stadt Innsbruck zur Hauptstadt erklärte. Erst mit dem späteren Kaiser Franz Josef erlangte Meran 1843 durch seine Besuche und des später nachfolgenen Hochadels wieder Berühmtheit und einen großen Besucherstrom.
Das Kurhaus bezog viele Jahrhunderte das radonhaltige Mineralwasser von den Vigiljocher Quellen, welches als beruhigend und schmerzlindernd galt. Die Brauerei Forst füllt Dieses ab und bringt es als Meraner Mineralwasser in den Handel. Ob das neue Thermalbad dieses Wasser ebenso verwendet, ist uns nicht bekannt geworden. Über den Tappeiner Weg, der auf halber Höhe bis zum Algunder Waalweg führte gingen wir weiter spazieren. Dieser besonders reizvolle Weg lag im schönsten Sonnenschein, links von uns im Talgrund lag die Stadt Meran, rechts oberhalb, von hier aus nicht sichtbar, Dorf Tirol und über und unter uns Wein- und Äpfelplantagen, soweit das Auge sehen konnte. Ein Blumenmeer an den Rändern des Weges und ganz toll waren die Kakteen und Palmen ringsum. Das Klima war hier warm und südländisch - und das vor dem Panorama der 2.500 m hohen Gebirgskette der Texelgruppe, an dessen oberer Hälfte sich der Meraner Höhenweg hinzog. Eine prachtvolle Kulisse! Ab der Mitte unserer Wanderung kamen wir auf den Waalweg, der für Kerstin neu war. Und auch von hier aus hatten wir einen schönen Ausblick, vor allem den Weg zurück gesehen, auf Dorf Tirol, die Burgen über uns und Richtung Schenna und dem Hirzer-Bergnmassiv, welches wir leider auslassen mussten. Das war unsere Abschiedstour, denn am Abend war noch Koffer packen auf dem Programm und ein ausgiebiges Abend-Resteessen.
Unser Abreisetag begrüßte uns wieder mit Sonne und recht guter Sicht. Anfangs fuhren wir zeitweise im Stau durch das Vinchgau in Richtung Reschenpass. Wir fuhren durch Naturns, Schlanders, Schluderns bis in den Bereich der Schweizer Alpen bei Mals. Eine weitere Urlaubsregion mit herrlichen Ortschaften durchstreiften wir mit einigen Stopps, da die Straße etwas überlastet war. Westlich von Mals sahen wir die Gletscher der Gipfel der Ortlergruppe, die die Höhe von über 3.500 m locker überstiegen. Orte mitten darin waren Stilfers und Sulden, wohl ein Feriengebiet der besonderen Klasse mit der berühmten Stilfersjoch Straße, die auf 2.758 m hinauf kletterte und den Übergang zur Schweiz ermöglichte. Vielleicht ist diese Gegend mal ein weiterer Urlaub für uns?
Die Reschenpass Straße stieg nicht besonders steil, dafür aber stetig auf 1.300 m NN an. Damit liegt dieser Übergang 300 m höher als der Brenner Pass, war aber sehr gut und problemlos befahrbar. Zwischen den Orten Graun und Reschen sahen wir im Vorbeifahren den Kirchturm, der mitten im Stausee stand. Das vom Ufer aus zu sehen ist eine Attraktion, weshalb auch voriges Jahr das Dach des Turmes neu gedeckt wurde! Für den kleinen Aufenthalt am Parkplatz bezahlte man den Anblick mit ein paar Euro, wir hatten nicht viel Zeit und ließen das aus. Auf Österreichischer Seite ging es dann bei Nauders noch einmal richtig zur Hochgebirgsstraßen-Sache, denn über Serpentinen ging es durch ein bezauberndes Tal mit riesigen Karstausspülungen in den Felswänden hinunter nach Hoch-Finstermünz, vorbei an solchen Engstellen, dass die Straße nur im Tunnel unterzubringen war. Links von uns die Schweizer Grenze und die Hinweisschilder nach Chur, dem berühmten Erholungsort mit Anschluss an die berühmten Schweizer Bergbahnen der Rhätischen Alpen. ... (Wäre wieder eine Urlaubsepisode, die sich wahnsinnig lohnt!) Durch das Oberinntal fuhren wir zur Inntal Autobahn. Durch einen langen Tunnel kamen wir direkt zur Autobahn und mussten uns nicht erst Richtung Vorarlberg durch das enge Tal bei Landeck zwängen. Es ging zügig voran, bis wir nach Innsbruck bei Hall plötzlich im Stau standen. Ein Unfall raubte uns eine Stunde. So langsam hatten wir es eilig, denn am Abend wartete noch das Open Air Konzert der Seer am Grundlsee in der Steiermark auf uns. So suchten wir eine möglichst schnelle Strecke über Wörgel, St. Johann in Tirol Richtung kleines Deutsches Eck, nahmen die Strecke über Berchtesgaden, da wir möglichst nahe an Hallein heranwollten. Die Fahrt wurde zur Geduldsprobe, da sehr viele Fahrer unterwegs waren, die viel Zeit hatten.
Wir fuhren über die Tauernautobahn Richtung Süden und später ab Kuchl im wunderschönen Lammertal zum Pass Gschütt, nach Gosau, zum Hallstätter See, den Koppenbrüllerpass (den wir nun das erste Mal kennen lernten), erreichten Bad Aussee und waren bald am Ziel. Es war leider schon fast 18.00 Uhr, die Vorgruppen Tschingis Khan und Smokie spielten auf, da hatten wir die Open Air Hölle mit über 20.000 Zuschauern erreicht. Es war ein Riesenvolksfest auf der Alm, mit Riesenbühne, Bierzeltgarnituren, Würstelbuden und Bierausschank ...  Toiletten mit weiten Wegen und letzte Plätze auf der Wiese der Alm weit oben.
Die Seer sind aus der Salzkammergut Seenlandschaft, singen im Dialekt - also ein Heimspiel bei “Ihrem” Volk und Vereinen, Stimmung “bis der Karren kippt” bei einer Kombination von Schlager, Volksmusi, Pop und Wirtshausmusi bis hin zu “Patschern” - eine wahnsinnig gute Stimmung. Zum Abschluss ein Riesenfeuerwerk mit entsprechend starker Musik von Telemann bis Händel.
Es war ein Superkonzert bis 1.00 Uhr in der Früh - das ist aber schon ein neues Thema. ...
In den Laubenpartien waren schöne Stiegenhäuser sichtbar
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Panoramaweg mit steinernem Steg und Pulverturm am Passer Durchbruch, eingebettet in eine reizvolle grüne Stadt
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  altes Kurhaus an der Passer Promenade Meran
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hex89.jpg traumhafte Aussichten vom Tappeiner Weg
Meran - Algund
in der Nähe des Reschenpasses mit Blick in die Schweiz
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