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Am Montag (4. Tag) fuhren wir mit dem Bus nach Nea Stira zum Hafen, für 2,90 € fast 13 km mit der Fähre ans Festland und mit dem nächsten Bus nach Athen, vorbei an den Erinnerungsstätten von Marathon entlang der historischen Strecke der Siegesmeldung in die Hauptstadt Griechenlands vor etwa 2.400 Jahren. Die Riesenstadt Athen mit ca. 4 Mio. Einwohnern lag umringt von vier Bergen bei der Überfahrt einer Bergstraße zu unseren Füßen. Auf einem kleineren Hügel im Zentrum befand sich die Akropolis. Dieses weltberühmte Objekt war heute unser Ziel und mit uns gleichzeitig wohl über 10.000 Touristen, die wie die Ameisen über den Berg krabbelten. Imposant die sichtbaren Reste der antiken Bebauung, interessant die Geschichte der “Retter” und “Sicherer” der letzten Jahrzehnte, die wohl die halbwegs beweglichen Statuen und Bauteile in ihre Heimat brachten. So sind in griechischen Museen heute Kopien ausgestellt, während die Originale in London, Berlin oder anderswo stehen. Die Tour über ausnahmslos feinsten Marmor mit unzähligen Steigungen war für mich sehr anstrengend, viele Aussichtspunkte musste Kerstin ohne mich erklimmen, sie nahm aber die Kamera mit, um die schönsten Blicke zu dokumentieren. Über zweitausend Jahre überstand die Akropolis aufgrund baumeisterlicher Spitzenleistungen alle Wirren, Kriege und Erdbeben unversehrt, bis zum Ende der 700 jährigen Türkenbelagerung vor etwas mehr als zweihundert Jahren das, auf dem Berg in historischen Anlagen, untergebrachte Waffenlager in die Luft gesprengt wurde. Das war das Ende des Parthenons und der Beginn der plündernden “Sicherungsmaßnahmen”.
Über die fest an Athen gefügte, jedoch eigenständige Hafenstadt Piräus (von hier aus kann man per Schiff fast alle Inseln Griechenlands erreichen) ging es zurück zur Fähre in Aghia Marina und über das Mittelmehr-Wasser nach Nea Stira.
Wie an fast allen Tagen verbrachten wir den 5. Tag am Hotel und im Mittelmeer, d.h. Steffen mehr im Salzwasserpool, da dort die Wasserübungen für die Beckenmuskulatur viel besser gemacht werden konnten. Nach anfänglichen Muskelkater spürte ich jedoch eine starke Verbesserung im rechten Beckenbereich. Zwar tat es noch weh, doch hatte ich viel mehr Kraft bekommen, so dass u.A. die Tour nach Südevia am 6. Tag schon besser zu verkraften war.
Mit dem Bus fuhren wir wieder weit hinauf in die Berge, denn am Ufer gab es kaum Straßen. Fast aus der Vogelperspektive sahen wir das Mittelmeer mit seinen unzähligen Inselchen vor dem Festland bei Athen. Insgesamt hat Griechenland über 3.000 Inseln, gut ein Viertel davon bewohnt. Vorbei an großen Marmorsteinbrüchen (ca. 4 cm dicker Marmor ist ab Werk für 7,- €/m² zu bekommen) ging es hinab zur Hafenstadt Marmari, die direkte Fähranbindung Richtung Flughafen Athen (25 km) hat. Nach kurzem Halt ging es weiter zur südlichsten Stadt, nach Karistos. Am Fuße des Berges Ochi mit 1.400 m NN, mit einem Riesenburzi am Meer, dem roten Kastell (Burg), einen großen Yachthafen und einem schönen Regionalmuseum liegt die Stadt malerisch an der Südbucht der Insel. Nach einem tollen ortsüblichen Mittagessen inmitten der Fußgängerzone und später einem original griechischen Kaffee (auf heißem Sand zubereitet) ging die Fahrt zunächst am Strand, später wieder über die Berge zurück nach Nea Stira.
Der Pausentag 7 wurde wieder zu einer kleinen Einkaufs- und Speisetour in den Hauptort genutzt (Fahren mit dem Hotelbus, ähnlich einem türkischen Dolmosch) und natürlich ausgiebiges Baden im und am Mittelmeer waren das Programm.
Der 8. Tag brachte uns mit dem Reisebus nach Kimi in den Nord-Osten in der Mitte der Insel Evia. Auf einem hohen Bergrücken fuhren wir über die mit 6 km schmalste Stelle der ca. 200 km langen Insel. Einen Binnensee gab es zu sehen, der heute nur noch verhältnismäßig klein war. Die jahrhundertelangen Bestrebungen sollten den ursprünglich großen See fast trocken legen, um fruchtbares Land zu gewinnen. Erst der hohe Wasserverbrauch der letzten Jahrzehnte lies ihn schrumpfen, heute schon fast gefährlich klein, jedoch umgeben von fruchtbaren Ebenen. Auf halben Weg machten wir in Avionari Rast, um auf dem Berg der Stadt die orthodoxe Kirche zu besuchen - konnten aber nicht hinein. Die Stadtanlage an und um einen Berg, der aus der Ebene ragte, war fantastisch schön. Die Spaziergänge durch die schmalen und steilen Gassen waren sehr reizvoll. Nach einer weiteren Fahrt durch die Hochebenen sahen wir das Desaster, welches die Steppenbrände hinterließen: verbrannte Olivenhaine, Wiesen und Felder. Dazwischen unbeschädigte Inseln - die Wohnhäuser. Wir hatten ja später in 2009 von großen Bränden um Athen gehört und konnten uns sofort vorstellen, wie es da vorgefallen war. Eine Wasserbevorratungs- und Löschkultur war in Griechenland nicht sichtbar, eben etwas südländisch ... Beeindruckend waren die Bilder der Hunderte km² abgebrannter Flächen für uns schon sehr.
Nach insgesamt ca. 3 Stunden erreichten wir Kimi, eine malerische Bergstadt ca. 6 km vor der nördlichen Ägäisküste. Hier besuchten wir den Dom und eine Frauengenossenschaft. Letztere beschäftigen viele Frauen, die Traditionen des häuslichen Handwerks pflegen und die Produkte (Bilder, Wandteppiche, Ikonen, Tees, Heilsalben ...) vermarkten. Dann ging es über viele Serpentinen hinab zur Küste. Wie an einer Perlenkette zogen sich viele Häuser entlang der Uferstraße, der Platz vor den steilen Berghängen war sehr begrenzt. Neben Wohnhäusern befanden sich hier viele Geschäfte und Gastwirtschaften, deren Gastgärten (aus Platzgründen) wiederum über der Straße zum Meer zu. Hier zeigte sich am Ufer ein riesiger Yachthafen und seitlich ein großer Fähranleger. Ein unvorstellbaren Treiben war auf diesem Abschnitt, denn natürlich war alles voller Touristen. In Kimi aßen wir Fisch, danach wanderten wir einige km entlang dieses Küstenabschnittes. Auf der Rückfahrt führen wir noch eine Zeit lang auf der sehr schönen Küstenstraße entlang der Ägäis Richtung Südost und erinnerten uns, dass wir im Herbst des Vorjahres auf der anderen Seite des Ägäischen Meeres in der Türkei waren.
Samstag und Sonntag hatten wir dann zu unserer Verfügung und versuchten sehr intensiv mit Kerstins Vater Kastas Kontakt aufzunehmen, um uns an diesen Tagen hier am Urlaubsort zu treffen. Leider war er mit seinen Informationen sehr sparsam, eine konkrete Terminzusage erhielten wir gar nicht. Das war für uns schlimm, weil wir nicht wussten, was da los war. So zogen wir die Notbremse und teilten ihm mit, dass wir uns am kommenden Dienstag in Chalkida treffen und Basta! (ab damit per SMS) Zu unserer Freude bestätigte er dann diesen Termin.
Das Wochenende verbrachten wir im Mittelmeer, im Pool, mit Einkaufstour nach Nea Stira, dort einmal Mittagessen im Küstenrestaurant, auf dem Rückweg Kaffee (und Bier) am Fischerhafen und einen Ausflug in die stillen Buchten in der Nähe unseres Hotels. Immer wieder bezaubernd war das
Akropolisberg in Athen, ca. 80 m über der Stadt, links oben der antike Haupttempel
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über 400 Höhenmeter unter uns das Mittelmeer mit vielen Inseln, Richtung Athen
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Der Hafen von Karistos am Südende von Evia
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Am Meer in Kimi, die Stadt ist teilweise oben links zu sehen, aber über 5 km entfernt!
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